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3 Fragen an GILUPI – „Wir denken, dass unsere Art der Krebszellendiagnostik wegweisend ist“

Weltweit forschen Wissenschaftler:innen an Möglichkeiten, um Krebs besser therapieren zu können. Dazu gehört das 2006 gegründete Unternehmen GILUPI. Mit ihrem Produkt kann medizinisches Personal Krebszellen aus dem Blut entnehmen. Dr. Christian Jurinke ist seit 2018 Geschäftsführer des Unternehmens und erklärt im Interview, warum eine gute Diagnostik entscheidend für die Krebstherapie ist und warum sie ihr neues Büro im GO:IN 2 im Potsdam Science Park bezogen haben.

Herr Dr. Jurinke, bei GILUPI geht es vereinfacht gesagt um die Diagnostik von Krebszellen. Was treibt Sie und GILUPI an?

Wir haben mit GILUPI ein klares Ziel: Wir wollen, dass Krebs in der Zukunft eine beherrschbare Krankheit ist, mit der man Leben kann und die man therapieren kann. Darum arbeiten wir daran, die Behandlung von Krebserkrankungen entscheidend zu verbessern. Das wollen wir nicht durch Medikamente erreichen, sondern durch den Einsatz gezielter Diagnostik. Das Problemfeld ist das Folgende: Der Krebs ist zunächst ein Tumor, der wächst und wuchert. Der Tumor kann Metastasen bilden, also Tochterzellen, die über die Blutbahn weit streuen und andere Organe befallen. Die Metastasen sind also das eigentliche Problem. Die bekommt man mit einer Operation oder Bestrahlung teilweise nur schwer in den Griff und auch die Chemotherapie kann nicht immer helfen. Wir arbeiten deshalb an Möglichkeiten, Metastasen früh zu erkennen.

 

Im Zentrum Ihres Portfolios steht der GILUPI CellCollector. Was genau kann das Produkt?

Wir haben hier ein Produkt entwickelt, dass es dem medizinischen Personal ermöglicht, einzelne Krebszellen mit einem metallischen Draht einzufangen. Der wird über den Zugang in die Vene eingeführt und bleibt dort für 30 Minuten. Auf der Oberfläche des Drahtes befinden sich Antikörper, die andere Proteine erkennen. Sie agieren quasi wie Fänger, die bestimmte Strukturen bemerken und die Tumorzellen an sich binden. Wir können diese dann isolieren und untersuchen. Der große Vorteil ist, dass wir eine sehr sanfte Möglichkeit anbieten, um Tumorzellen zu entnehmen. Denn normalerweise arbeitet man in der Krebsdiagnostik mit Biopsien. Da wird, vereinfacht gesagt, mit einer Nadel ins Gewebe gestochen, Gewebezellen entnommen und analysiert. Das ist eine Prozedur, die schmerzhaft und unangenehm sein kann und auch nicht frei von Komplikationen ist. Mit unserem Produkt geht das wesentlich einfacher. Man kann somit Therapiefortschritte laufend verfolgen und frühzeitig auf Veränderungen reagieren. Wir denken, dass unsere Art der Krebszellendiagnostik wegweisend ist.

 

Sie haben in Hamburg studiert und waren gut zehn Jahre für das Unternehmen Sequenom in Leitungsfunktion in den USA. Später waren Sie Geschäftsführer der Stratec Molecular GmbH in Berlin. Nun haben Sie sich als Hauptsitz für GILUPI das GO:IN 2 im Potsdam Science Park ausgesucht. Warum?

Die Geschichte von GILUPI ist ganz eng mit Potsdam verbunden. Hier hat das Unternehmen angefangen und ist gewachsen. Der Fachkräftemangel ist unserem Bereich eklatant. Wir wollen und müssen hochqualifiziertes Personal an uns binden. Das ist hier möglich. Weil viele Mitarbeitende aus Potsdam und Umgebung kommen, ist der kurze Arbeitsweg natürlich ein weiterer großer Vorteil. Aber nicht nur das: Wir hatten das große Glück, dass vor kurzem das GO:IN 2 fertiggestellt wurde. Wir konnten direkt in neue Räumlichkeiten einziehen und sind hier sehr zufrieden. Das GO:IN 2 ist sehr modern ausgestattet, und wir hatten Gestaltungsmöglichkeiten bei den Räumlichkeiten. Das ist natürlich sehr vorteilhaft. Der Standort war und ist unser Favorit. Und ich sehe da noch viel Potenzial bei der Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen am Standort. Die Idee des Science Parks ist wirklich sehr spannend.

 

Herr Dr. Jurinke, wir danken Ihnen für das Gespräch.