Standortkarte

Gründen, um zu bleiben

Das neue Golm Innovationszentrum GO:IN 2 - Visualisierung der BBF Baubüro Freiberg GmbH
Das neue Golm Innovationszentrum GO:IN 2 entsteht im Potsdam Science Park direkt neben dem GO:IN 1 © BBF Baubüro Freiberg GmbH

In Golm ensteht ein zweites Innovationszentrum. Eine Möglichkeit für Start-ups, dem Standort treu zu bleiben. Potsdam wächst – insbesondere die Stadtteile Fahrland und Marquardt im Norden verbuchen kontinuierlichen Zuzug von Familien. Aber auch Eiche und Golm ganz im Westen der Stadt begrüßen immer mehr Einwohner. Der Stadtteil mit dem größten Wissenschaftsstandort in Brandenburg zieht zunehmend Fachkräfte, Forscher und Gründer aus den Bereichen Life Science, Optik, Geo- und Informationswissenschaften an. Das bringt neue Herausforderungen mit sich.

Für alle Bewohner des Stadtteils muss die Infrastruktur angepasst und optimiert werden. Die Ansiedlung von kleinen und mittelständischen Unternehmen ist besonders in Golm ein zentrales Thema, denn Flächen und Labore sind begehrt und schnell vergriffen.

Steffen Schramm, Geschäftsführer der Potsdamer Technologie- und Gründerzentren, betreibt an insgesamt fünf Standorten Immobilien für Gründer aus jeweils unterschiedlichen Branchen. Im Potsdam Science Park steht seit 2007 das GO:IN Golm Innovationszentrum. Dessen Ausstattung weist einige Besonderheiten auf: Auf vier Etagen finden sich Labore, Büros, Flure und Küchen, die flexibel zu Funktionseinheiten zusammengeschlossen werden können. Das Haus ist damit spezifisch auf die schnell wechselnden Bedarfe von jungen Unternehmen aus Forschung und Entwicklung ausgerichtet. Aufgrund der Landesförderung sind die Mieten besonders günstig.

„Im GO:IN in Golm können wir aufgrund der Förderstruktur eine Büromiete von knapp 150 Euro monatlich anbieten. Die Kosten für biophysikalische Labore bis zur Sicherheitsstufe S2 liegen aufgrund der Nebenkosten und der Ausstattung natürlich höher“, so Schramm. „Allerdings können Gründer die Flächen nur für einen begrenzten Zeitraum von acht Jahren anmieten, danach müssen dann andere Start-ups von den Vorteilen der Förderung profitieren können.“ Er sieht nicht nur deshalb dringenden Bedarf an neuen Flächen, um weitere Perspektiven für Unternehmen schaffen zu können. „Es gibt viele Firmen auch von außerhalb, die Laborflächen in Golm anfragen. Die vorhandenen Flächen reichen aktuell allerdings überhaupt nicht aus.“

Die Nachfrage ist jetzt schon groß

Die Stadt Potsdam und die Potsdamer Technologie- und Gründerzentren haben nun die Initiative ergriffen und finanzieren einen Neubau, der diesen Reglementierungen und Befristungen nicht unterliegt. Flächen können dann zeitlich unbegrenzt vermietet werden. Direkt neben dem GO:IN 1 baut Steffen Schramm nun das GO:IN 2 als weiteres Technologie- und Gründerzentrum, mit kleinteiligen Büro- und Laborflächen. Interessant wird dies zunächst für die Firmen, die sich nach der Startphase im GO:IN 1 erfolgreich etablieren, aus dem Gründerstatus herauswachsen und dann in der Lage sind, sich mit eigenen Mitteln in den neuen Laboren einzurichten. Wie erwartet, ist das Interesse am GO:IN 2 bereits jetzt groß. „Wir machen hier und an anderen Standorten die Erfahrung, dass die Nachfrage mit dem Wachstum des Standortes steigt. Es kann daher gut sein, dass zur Eröffnung der neuen Flächen bereits wieder ein gewisser Platzmangel besteht“, betont Schramm. Die signifikante Investition der Stadt Potsdam in den Science Park wertet er als klare Positionierung zum Wissenschaftsstandort und als positives Startsignal an andere Investoren.

Damit eine branchenspezifische Betreuung möglich ist und die fachliche Nähe der Firmen im Science Park gewährleistet werden kann, vermittelt das Team der Potsdamer Technologie und Gründerzentren Start-ups, die sich zum Beispiel auf Medien oder IT spezialisieren, nach Babelsberg oder fachspezifisch an die anderen Gründerzentren. Tendenziell wüssten Gründer aber bereits beim Erstkontakt sehr genau, warum sie sich in Golm ansiedeln wollten, erklärt Schramm. Die unternehmerische Entscheidung werde in der Regel im Vorfeld getroffen. Ausschlaggebend seien dabei vor allem die gute Infrastruktur, die Betreuung vor Ort durch das Standortmanagement und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Nicht zuletzt sind wichtige Forschungsinstitute der Branche und die Universität Potsdam fußläufig zu erreichen.

Abbildung: BBF Baubüro Freiberg GmbH

weitere Artikel in der PNN-Sonderbeilage zum Potsdam Science Park vom 21.09.2019