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Neuer Corona-Schnelltest erkennt alle Mutationen — Dank monoklonalen Antikörpern aus dem Potsdam Science Park

Dr. Frank Sellrie und Jörg Schenk von der Arbeitsgruppe Immuntechnologie der UP Transfer GmbH im Potsdam Science Park
Dr. Frank Sellrie und Jörg Schenk von der Arbeitsgruppe Immuntechnologie der UP Transfer GmbH im Potsdam Science Park ©Hybrotec

Dr. Frank Sellrie und Jörg Schenk von der Arbeitsgruppe Immuntechnologie der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam arbeiten im Potsdam Science Park an verbesserten Testverfahren mit Hilfe von qualitativ hochwertigen Antikörpern.

Basierend auf der langjährigen Forschung der beiden Wissenschaftler kam nun im Juni 2021 ein verbesserter CE-zertifizierter Corona-Schnelltest des Anbieters ImmoGnost auf den Markt. Kürzlich berichtete auch das rbb Fernsehen in einem Beitrag der Sendung Brandenburg aktuell.

Der neue Schnelltest bietet dabei mit einer Sensitivität von 96,19 % und Spezifität von 99,04 % einige Vorteile durch seine Genauigkeit. Was ist das Besondere? Der Test ist deutlich besser als gängige Tests und erkennt bereits geringste Virusmengen. Zudem können mit dem Test auch Mutationen des Coronavirus erkannt werden. Dabei werden, wie durch die Virologie der Berliner Charité bestatigt, die bereits vorhandenen, natürlich vorkommenden Coronaviren nicht erkannt. Ein großer Vorteil, denn damit sind „falsch-positive“ Tests fast ausgeschlossen.

Langjährige Forschung und Erfahrung

Dr. Frank Sellrie und Jörg Schenk verfügen beide über 20-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Antikörper-Forschung. Im März des Vorjahres starteten die Arbeiten zur Generierung von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2 Nucleocapsidprotein. Bereits zum Ende des Jahres 2020 standen die Antikörper dann nach eingehender Validierung an der Charité zur Verfügung. Zeitgleich begann die Herstellung größerer Mengen der Antikörper durch die InVivo GmbH.
Diese Arbeit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderaufrufs zur Erforschung von COVID-19 gefördert. Denn weiterhin besteht ein großer Bedarf an SARS-CoV-2 bindenden Antikörpern, um mit diesen schneller und sicherer Corona-Infektionen zu erkennen. Auch im Hinblick auf die auftretenden Virusmutationen sind verlässliche neue Tests gefragt.

Umso naheliegender war es, hier ein neues Produkt mit zu entwickeln: „Wir können einen gewissen Stolz auf unseren Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung nicht verheimlichen“ – so die beiden Wissenschaftler. „Die Antikörper sind in Bezug auf Sensitivität und Spezifität von hoher Qualität und erlaubten der ImmoGnost GmbH in Göttingen die Entwicklung eines hervorragenden Schnelltests.“

Unkomplizierte Anwendung mit schnellem Ergebnis

Und wie funktioniert der Test eigentlich? Ausschlaggebend ist die Qualität der im Potsdamer Labor entwickelten Antikörper, die nun in großen Mengen in Henningsdorf produziert werden. Die Antikörper im Test binden die in großer Anzahl im Virus vorliegenden Nucleocapsidproteine, so wird der Test positiv. Das Nucleocapsidprotein ist – ganz im Gegensatz zum bekannten Spikeprotein, nur geringen Veränderungen unterworfen. Es ist in allen bekannten Virus-Varianten vorhanden und erlaubt somit deren sicheren Nachweis.

Die Durchführung des Tests durch geschultes Personal ist zwar momentan noch erforderlich aber der unangenehme „tiefe Nasen- und Rachenabstrich“ bleibt den Proband*innen erspart. Lediglich 2,5 cm tief muss das Teststäbchen noch in die Nase eingeführt werden, um geringste Virusmengen im vorderen Teil der Nase zu erkennen – das Ergebnis liegt dann schon binnen 10 Minuten vor.

Eine Seltenheit: Der Test der ImmoGnost GmbH wurde so produziert, dass alle für die Produktion kritischen Materialien aus deutscher Produktion stammen. Dies erhöht nicht nur, wie in Zeiten überspannter Lieferketten, die Zuverlässigkeit der Produktion, es hat in Bezug auf die notwendigen Antikörper auch den großen Vorteil, die Produktion „aus der Nähe“ in allen Teilschritten sehr gut mitgestalten und dabei auch ethische Aspekte berücksichtigen zu können.