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Spitzenforschung und Startups als Motor der Digitalisierung

Luftbild Potsdam Science Park - Foto: Lutz Hannemann
Der Potsdam Science Park aus der Luft, Blick von Nord-Ost, Foto: Lutz Hannemann

Die Digitalisierung hat in einer nie dagewesenen Dynamik alle Lebensbereiche umgewälzt. Universitäten, Forschungseinrichtungen und auch Startups spielen eine zentrale Rolle dabei, Deutschland im internationalen Wettbewerb als führenden Standort für digitale Innovationen zu positionieren. Seit Jahren expandiert der Potsdam Science Park in Potsdam-Golm. Um Forschung und Unternehmertum der Spitzenklasse zu ermöglichen, wird hier ein Umfeld geschaffen, in dem Innovationen gedeihen können.

Aktuell entstehen zahlreiche neue Flächen sowie das Technologiezentrum GO:IN 2, um am wachsenden Wirtschafts- und Forschungsstandort gezielt die Ansiedlung neuer Unternehmen und Start-ups zu fördern, die mit zukunftsfähigen Produkten neue Maßstäbe setzen.

An der Schnittstelle von Biologie, Data Science und Bioinformatik

Aktuell eröffnet das britische Unternehmen Eagle Genomics einen neuen Standort im Potsdam Science Park. Eagle Genomics betreibt die e[datascientist] Plattform, die den Innovationsprozess von Unternehmen systematisiert und um ein Vielfaches erleichtert und beschleunigt. Die Plattform erlaubt es, Zusammenhänge zwischen biologischen Daten aufzuzeigen. So können etwa metagenomische Daten aus großen Sammlungen von Bakterien aus dem menschlichen Darm, von der Haut oder aus dem Boden mit Data-Science-Methoden analysiert werden. „Mit unserer Plattform können wir etwa die quantitativen Zusammenhänge zwischen der Ernährung, der Verdauung und weiteren Indikatoren wie dem Immunsystem oder dem Stoffwechsel besser verstehen“, erklärt Dr. Sven Sewitz, Leiter Biodata Innovation. In der Lebensmittelindustrie aber auch in anderen Branchen lassen sich so aus abstrakten Daten neue Zusammenhänge erkennen und neue Lösungen ableiten.

Reha per Teletherapie

Die eGeia GmbH ist ein Startup, das mit dem telemedizinischen Assistenzsystem eGeia active® neue Impulse im Bereich der Rehabilitation setzen will. Patienten können mit Hilfe des Teletherapiesystems, ihre Rehabilitation im Heimtraining mit Online-Feedback selbst durchführen. Dazu hat das Unternehmen ein Reha-System für gezielte Bewegungstherapie mit über 100 Übungen für Kardio-, Lenden- und Halswirbelsäulentraining und weitere Programme, bis hin zu Gleichgewichtsstörungen, realisiert. Insbesondere Menschen in ländlichen Regionen mit wenig ausgebauter Gesundheitsinfrastruktur sollen davon profitieren, unabhängig von Orten und Praxisöffnungszeiten trainieren zu können.

Die Zukunft der Diagnostik ist digital

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie geriet die Digitalisierung des Gesundheitssystems in den Fokus. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, soll zukünftig am Institutsteil für Bioanalytik und Bioprozesse des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI-BB) in Potsdam der Forschungsschwerpunkt „Digitale Diagnostik“ als Bestandteil der Immunforschung entstehen. Die Forschung soll Grundlagen legen, um Herausforderungen der demographischen Entwicklung zu bewältigen und die Versorgung von Patienten im ländlichen Raum sicherzustellen. Am Fraunhofer IZI-BB werden schon jetzt biotechnologische Lösungen für medizinische Fragestellungen, Tiergesundheit, Ernährung sowie Kosmetik und Umwelt entwickelt. Der Bund wird den neuen Schwerpunkt in den nächsten fünf Jahren mit 25,7 Millionen Euro stärken – weitere 4,8 Millionen Euro schießt das Land Brandenburg hinzu.

Mehr Kapazitäten für IT-Innovationen

Die Universität Potsdam erweitert mit dem Neubau des Instituts für Informatik und Computational Science ihren Standort im Potsdam Science Park. Das Forschungsspektrum des Instituts reicht von Theoretischer Informatik über Maschinelles Lernen und Data Science bis hin zu komplexen multimedialen Anwendungsarchitekturen. Das Gebäude wurde von der Hasso Plattner Foundation gestiftet und innerhalb von weniger als zwei Jahren errichtet, das Land Brandenburg hat das Grundstück und 1,5 Millionen Euro für die Ausstattung bereitgestellt. Zur Eröffnung im März 2021 werden Arbeitsplätze für 100 Mitarbeitende und ca. 800 Studierende bereitstehen.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e.V. ebenfalls im Technology Review 02/2021 erschienen.

Technology Review-Artikel auf der Seite des BVIZ

Die Entwicklung des Potsdam Science Park wird durch die Europäische Union und das Land Brandenburg gefördert.