3 Fragen an Porous – „Quantitative Ultraschall-Technologie erlaubt die frühe Entdeckung von Osteoporose“

Osteoporose betrifft heute Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt und verursacht jährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 60 Milliarden US-Dollar. Mit herkömmlichen Mitteln galt eine frühzeitige Diagnose lange als nahezu unmöglich. Das MedTech-Startup Porous GmbH, eine Ausgründung der renommierten Charité Berlin, möchte das nun ändern. Im Interview erklärt CEO Bart Hendriks, wie sein Unternehmen das schaffen möchte.

Herr Hendriks, Sie sind CEO der Porous GmbH, einem MedTech-Startup im Potsdam Science Park. Welcher medizinischen Herausforderung widmet sich Ihr Unternehmen?

Unser Unternehmen entwickelt eine Software-Lösung, die die Früherkennung von Osteoporose ermöglichen wird. Osteoporose-Patienten leiden unter einer schwindenden Knochenmasse, das bedeutet, dass die Mikroarchitektur ihres Knochengewebes sich langsam, aber sicher auflöst und ihre Knochen mit der Zeit schwächer werden. Sie neigen eher dazu, zu brechen. Bei älteren Menschen ist Osteoporose inzwischen die häufigste Ursache für Knochenbrüche, und auch, nachdem diese längst verheilt sind, leiden Patienten oft noch unter chronischen Schmerzen und können selbst alltägliche Tätigkeiten nur sehr eingeschränkt durchführen. Osteoporose betrifft heute Milliarden von Menschen weltweit und verursacht jedes Jahr wirtschaftliche Kosten in Höhe von etwa 60 Milliarden US-Dollar. Ein Hauptproblem besteht in der Früherkennung. Mit den uns bisher zur Verfügung stehenden Technologien allein ist es fast unmöglich, die Krankheit rechtzeitig zu entdecken. Die Patienten zeigen in der Regel keine Symptome, bis irgendwann die erste Fraktur auftritt. Die Knochen sind in diesem Stadium allerdings meist bereits so geschwächt, dass Brüche schon durch geringe Belastungen oder spontan auftreten.
Dieses Problem wollen wir mit Porous angehen. Unsere patentierten intelligenten Algorithmen, die quantitative Ultraschalltechnologie nutzen, ermöglichen es, Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Mit der Porous Technologie, sind wir in der Lage, die Qualität der Knochenrinde auf mikroskopischer Porenebene und ohne Strahlenbelastung zu messen. So überwinden wir die bisherigen Grenzen gängiger Ultraschall-Bildgebungsverfahren. Zum ersten Mal sind wir medizinisch in der Lage, die Dicke der sogenannten Kortikalis, des Gewebes direkt unter der Knochenoberfläche, sowie dessen mikroskopische Porengrößenverteilung zu messen.

Die Porous GmbH ist eine Ausgründung der renommierten Charité in Berlin. Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Spin-Out? Was ist die „Geschichte“ hinter Ihrem Unternehmen?

Die Technologie, die wir bei Porous nutzen, wurde von der Forschungsgruppe des renommierten Charité-Professors Dr. Kay Raum entwickelt. Professor Raum ist Spezialist auf dem Gebiet der Knochen und Knorpel Osteoporose Diagnose und Therapie mit quantitativen Ultraschalls und intelligenten Algorithmen. Porous ist ein junges Unternehmen, doch wir wachsen schnell. Wir haben erst im Januar 2021 begonnen, heute sind wir bereits auf ein Team von derzeit sieben Mitarbeitern angewachsen – und suchen stetig nach weiteren neuen Teammitgliedern.

Als Standort für Ihr Unternehmen haben Sie sich für den Potsdam Science Park entschieden. Welche Vorteile bietet Ihnen der Park?

Aus meiner Sicht sprechen drei wesentliche Faktoren für den Potsdam Science Park: Erstens bietet er eine hervorragende Infrastruktur für wachsende Unternehmen und Start-ups, gerade für Firmen wie uns, aus der Gesundheits- und Medizintechnikbranche. Zweitens befindet sich der Park in der wunderschönen, natürlichen Umgebung von Potsdam-Golm. Das ist selbstverständlich ein eher zweitrangiger Faktor. Doch wenn es darum geht, die besten Leute für unser Team zu gewinnen, spielt er oft eine wichtige Rolle. Drittens ist für unsere Arbeit die lebendige Dynamik zwischen Forschung und Startup-Kultur im Park einzigartig und von unschätzbarem Wert. Das hat uns die Entscheidung, unsere Büros im Potsdam Science Park einzurichten, sehr leicht gemacht.

Herr Hendriks, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.